Ein Stehwellenmessgerät mal selbstgebaut

Einleitung und Vorwort

Ich höre an dieser Stelle die kritischen Stimmen sagen, dass es doch kaum lohnt ein SWV Messgerät selber zu bauen. Das bekommt man doch in jedem Funkzubehör zu kaufen, und es geht auch noch so einfach.

Bezahlen und schon hat man so ein Teil.

Doch fragt euch, was ist Amateurfunk und wie definiert er sich?

Der Amateurfunk ist gesetzlich als „Experimentierfunk“ definiert und hat im Selbstbau dort seine Wurzeln. Das heißt, man darf seine Funkgeräte und Antennen selbst bauen oder fertige Geräte abändern. Und das war und ist durchaus üblich. Nur haben es einige OMS vergessen und mutieren zum Steckdosenamateur. An dieser Stelle sollte ich auf die Nebenwirkungen aufmerksam, die beim Selbstbau entstehen können.

Sehr häufiges Auftreten der Nebenwirkungen sind:

Erweiterung seines Horizontes in der Elektrotechnik, Spaß am Selbstbau, lernen und verstehen einer elektronischen Schaltung, Erfahrungen und erlernte Fähigkeiten könnten im Verstand hängen bleiben und möglicherweise zu kleinen Experten werden lassen, Stolz über das Selbstgeschaffene könnte auch zur Zufriedenheit und Freude am Hobby führen. Oftmals kommt es auch vor, dass es zum Erfahrungsaustausch bei einem QSO kommt und sich Diskussionsrunden bilden. Ein weiterer Effekt des letzten Punktes führt so ganz nebenbei zur Frequenzbelebung. Also:

„Back to the Roots ( zurück zu den Wurzeln )

Die Schaltung

Tom, DL5ABF.

Schaltbild. Tom, DL5ABF.

Im Schaltbild ist die Spule L1 zu erkennen. Darauf sind die beiden Messleitungen für Vor- und Rücklauf auf einen Ferrit – Ringkern bifilar gewickelt. Die Antennenleitung wird durch den Ferritkern durchgeführt.

Die Ringkernmaße sind nicht sehr kritisch und sollten ca. 10 mm innen und 20 mm außen betragen. Durch diese Anordnung der Wicklung erhält man sehr geringe Dämpfungsverluste. Das SWV Messgerät könnte dann ständig in der Antennenleitung zugeschaltet bleiben. Beim Senden induziert das HF Signal in die Spule L1 eine HF – Spannung, die über C3 geht und an Vorlaufdioden D1 und D3 gleichgerichtet werden. An D3 die positive – und an D1 die negative Spannung. C5 dient zur HF Siebung der Gleichspannung und sorgt dafür, dass die eventuelle restliche HF gegen 0 Volt abgeleitet wird. Für den Rücklauf richtet D2 und D4 die HF – Spannung gleich und C6 sorgt dafür, dass auch hier die eventuelle restliche HF gegen 0 Volt abgeleitet wird.

Die gleichgerichtete Vor- und  Rücklaufspannung wird zur Entstörung noch über jeweils eine Ferritperle geführt.

Mit dem Umschalter S1 kann man die Vor- und Rücklauf Spannung auf das Messinstrument umgeschaltet werden.

Der Brückenabgleich wird durch das Potentiometer R3 eingestellt.

Der Trimmkondensator C1 bildet zusammen mit C2 einen kapazitiven Spannungsteiler, die in der bifilaren Spule L1, für eine einwandfreie SWV-Anzeige ausbalanciert werden.

Die zu der parallel liegenden Spule L1 geschalteten R1 und R2 verringern die Güte des Spulenkreises. Damit wird der Frequenzgang abgeflacht und eine frequenzunabhängige  Anzeige wird ermöglicht. Die Widerstände R1 und R2 sollten einen Toleranzbereich von 1 % betragen.

Und nun wünsche ich allen viel Spaß und Erfolg beim Selbstbau eines Stehwellenmessgerätes.

Vy 73 DL5ABF – Tom
www.qrz.com/db/DL5ABF
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